Welche Camping-Apps brauchst du wirklich?
650.000 Stellplätze auf Park4Night. 2.100 Bauernhöfe bei Landvergnügen. 10.000 Spots bei Roadsurfer. Das Angebot an Camping-Apps ist riesig – und genau das ist das Problem.
Viele Camper laden sich acht Apps herunter und nutzen am Ende zwei. In diesem Artikel ordnen wir die wichtigsten Apps und Mitgliedschaften ein: Was können sie, was kosten sie, und für wen lohnen sie sich?
Welcher Camping-Typ bist du?
Bevor du Apps installierst, hilft es zu wissen, wie du reist:
- Der Spontane: Du fährst los und schaust, wo du landest. Für dich zählen große Datenbanken und Community-Bewertungen. → Park4Night + Stellplatz-Radar
- Der Genießer: Dir geht es um besondere Orte – Bauernhöfe, Weinberge, Natur pur. → Landvergnügen + Hinterland
- Der Planer: Du buchst vorher und willst geprüfte Qualität. → ADAC App + Camping.info – oder du nutzt einen Routenplaner, der dir für jeden Stopp passende Stell- und Campingplätze vorschlägt.
Die meisten erfahrenen Camper kombinieren 2–3 Apps.
Die große Vergleichstabelle
| App | Kosten | Plätze | Offline? | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Park4Night | Gratis / Pro 9,99 €/Jahr | 650.000+ weltweit | Ja (Pro) | Spontane, große Auswahl |
| Landvergnügen | 69,90 €/Jahr | 2.100+ (DE/AT/CH) | Ja | Genießer, Familien |
| AlpacaCamping | Gratis (Plätze ab 8 €/Nacht) | 4.000+ in DE | Nein | Naturstellplätze in DE |
| Hinterland | Gratis (Plätze 8–50 €/Nacht) | 3.000+ Camps | Nein | Besondere Unterkünfte |
| Roadsurfer Spots | Gratis / Campfire Card 19,99 € | 10.000+ europaweit | Nein | Europa-Reisende |
| ADAC Camping App | 8,99 € (einmalig) | 8.800 CP + 8.200 SP | Ja | Planer, Familien |
| Stellplatz-Radar | Gratis | 22.000 in Europa | Ja | Offline-Nutzer |
| Camping.info | Gratis | 23.000+ | Nein | Bewertungen, Planung |
| VanSite | Gratis (ab 10 €/Nacht) | 3.000+ | Nein | Dachzelt-Camper |
| Campspace | Gratis (ab 10 €/Nacht) | International | Nein | Nachhaltiges Camping |
| Caramaps | Gratis | Viele in Südeuropa | Nein | Frankreich, Spanien |
| WoMo Stellplatz | Gratis | DE-fokussiert | Nein | Einfach und schnell |
| PostiBus Routenplaner | Gratis | Stell- + Campingplätze pro Stopp | Nein | Reiseplanung ohne App |
Park4Night – Der Platzhirsch
Mit über 650.000 eingetragenen Plätzen weltweit ist Park4Night die größte Community-Datenbank für Camper. Nutzer tragen Stellplätze, Rastplätze, Ver- und Entsorgungsstationen und wilde Spots ein – inklusive Fotos und Bewertungen.
Was die Pro-Version bringt (9,99 €/Jahr):
- Offline-Karten (wichtig im Ausland ohne Empfang)
- Routensuche entlang der Strecke
- Werbefrei
Stärken:
- Riesige Auswahl, auch in abgelegenen Regionen
- Aktive Community, viele aktuelle Fotos
- Gute Filter (Wasser, Strom, Hunde, etc.)
Schwächen:
- Qualität schwankt stark – nicht jeder Eintrag ist aktuell
- Viele Plätze befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Nur weil ein Platz eingetragen ist, heißt das nicht, dass man dort legal stehen darf
- Prüfe immer lokale Regeln und achte auf Verbotsschilder
Landvergnügen – Übernachten bei Bauernhöfen und Winzern
Landvergnügen ist kein Stellplatz-Verzeichnis, sondern ein Erlebnis-Konzept: Für 69,90 € im Jahr darfst du bei über 2.100 Gastgebern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlos übernachten – bei Bauernhöfen, Winzern, Imkern, Käsereien und Alpakafarmen.
So funktioniert es:
- Digitale Mitgliedschaft (seit 2025 rein digital, kein Buch mehr)
- 365 Tage gültig ab Aktivierung
- Jeweils 24 Stunden kostenlose Übernachtung pro Gastgeber
- Anmeldung per Telefon oder digitale Reservierung (7 Tage vorher)
- Personen- und fahrzeuggebunden
Was erwartet wird:
- Autarkes Fahrzeug (eigene Toilette empfohlen)
- Freundlicher Umgang mit den Gastgebern
- Im Idealfall: Ein Einkauf im Hofladen, eine Weinprobe oder einfach ein nettes Gespräch. Es geht um faires Geben und Nehmen – nicht um kostenloses Wildcampen.
Lohnt es sich?
69,90 € ÷ ca. 15–20 €/Nacht (geschätzte Stellplatzkosten) = Ab 4–5 Nächten pro Jahr hat sich die Mitgliedschaft gerechnet. Dazu kommen Erlebnisse, die man auf normalen Campingplätzen nicht bekommt.
Gut zu wissen:
- Landvergnügen ist Teil des europäischen FEFI-Netzwerks. Über die gleiche Plattform sind auch Gastgeber in Frankreich (France Passion), UK (Brit Stops), Norwegen und Schweden (Nortrip) und Spanien (España Discovery) buchbar.
- Gegründet 2013 von Ole Schnack, inspiriert von France Passion.
| Land | Netzwerk | Kosten | Gastgeber |
|---|---|---|---|
| DE / AT / CH | Landvergnügen | 69,90 €/Jahr | 2.100+ |
| Frankreich | France Passion | ca. 30 € | 2.000+ |
| UK | Brit Stops | variabel | 1.000+ |
| Norwegen / Schweden | Nortrip | ca. 43–69 € | 300+ |
| Spanien | España Discovery | variabel | wachsend |
AlpacaCamping & Hinterland – Die Newcomer
Neben Park4Night und Landvergnügen sind in den letzten Jahren mehrere Plattformen für private Naturstellplätze entstanden:
AlpacaCamping ist die größte rein deutsche Plattform: Über 4.000 Stellplätze auf Privatgrundstücken, Bauernhöfen und Weinbergen. Preise ab 8–15 €/Nacht, Sofortbuchung möglich.
Hinterland bietet über 3.000 Camps, darunter auch Baumhäuser und Tiny Houses. Besonderes Feature: Ein Road Trip Planner mit KI-Assistent, der Routen mit passenden Stopps vorschlägt.
Roadsurfer Spots hat mit über 10.000 Plätzen europaweit die größte Reichweite in dieser Kategorie. Die Campfire Card (19,99 €/Jahr) gibt 10 % Rabatt auf alle Buchungen.
VanSite fällt durch einen speziellen Dachzelt-Filter auf – praktisch, wenn du kein klassisches Wohnmobil hast.
Campspace kommt aus den Niederlanden und setzt auf nachhaltige Mikro-Campingplätze.
Die Klassiker: ADAC App & Stellplatz-Radar
ADAC Camping App (8,99 € einmalig)
8.800 Campingplätze und 8.200 Stellplätze, alle geprüft und bewertet. Der größte Vorteil: Die ADAC CampCard bringt echte Rabatte auf vielen Plätzen, auch in der Hauptsaison. Offline-Funktion inklusive.
Stellplatz-Radar von promobil (kostenlos)
22.000 Stellplätze in Europa mit vollständiger Offline-Funktion. Kein Schnickschnack, aber zuverlässig – besonders nützlich im Ausland ohne mobiles Internet.
Camping.info (kostenlos)
Über 23.000 Campingplätze in Europa mit ausführlichen Bewertungen. Gut für die Reiseplanung am Rechner, bevor es losgeht.
Hidden Gems finden – jenseits der Apps
Die besten Stellplätze stehen nicht immer in einer App. Ein paar Wege, die sich lohnen:
- Lokale Tourismusbüros fragen. Kostet nichts und die kennen oft Plätze, die in keiner App stehen.
- 20 km weiter schauen. Die populärsten Spots sind voll. Wer ein Stück abseits der bekannten Routen sucht, findet oft schönere und ruhigere Plätze.
- Wanderwege als Indikator. Wo schöne Wanderwege starten (Komoot, Outdooractive), ist die Gegend meistens auch zum Übernachten attraktiv.
- Wochenmarkt-Trick. Wo es einen guten Wochenmarkt gibt, ist meistens auch die Gegend schön.
- Camper-Foren. Auf campen.de und in Facebook-Gruppen teilen erfahrene Camper ihre Lieblingsorte.
Nützliche Ergänzungs-Apps
Neben den Stellplatz-Apps gibt es ein paar kleine Helfer, die unterwegs praktisch sind:
| App | Zweck | Kosten |
|---|---|---|
| Maps.me | Offline-Navigation | Gratis |
| Flush / Toilet Finder | Öffentliche Toiletten finden | Gratis |
| Trinkwasser unterwegs | Brunnen und Trinkwasserquellen in DE | Gratis |
| Google Translate | Verständigung im Ausland | Gratis |
Reiseplanung ohne App-Chaos
Viele Camper planen ihre Route mit Google Maps und suchen dann pro Stopp manuell nach Stellplätzen – in Park4Night, ADAC, Camping.info und wieder zurück. Das kostet Zeit und Nerven. Unser Routenplaner erledigt beides in einem Schritt: Du gibst Start, Ziel und deine geplanten Aufenthalte ein und bekommst für jeden Stopp 3 Stellplätze und 3 Campingplätze vorgeschlagen. Bei langen Etappen empfiehlt er zusätzlich einen Übernachtungs-Stopp. Damit sparst du dir das Hin-und-Her zwischen Karten-App und Stellplatz-Suche. Kein App-Download nötig – das Tool läuft direkt im Browser.
Was wir unseren Mietern empfehlen
Aus unserer Erfahrung als Camper-Vermieter empfehlen wir dieses Starter-Set:
Zuerst: Route planen mit dem Routenplaner – damit hast du Stell- und Campingplätze für jeden Stopp direkt parat. Für spontane Umwege unterwegs dann:
- Park4Night (kostenlos) – für die große Auswahl und spontane Stopps
- Landvergnügen – wenn du öfter unterwegs bist und besondere Orte suchst
- Stellplatz-Radar – als Offline-Backup, besonders im Ausland
Damit bist du für die meisten Situationen gut aufgestellt. Alles weitere kannst du nach Bedarf ergänzen.
Häufige Fragen
Welche Camping-App ist die beste?
Das hängt davon ab, wie du reist. Für die größte Auswahl: Park4Night. Für besondere Erlebnisse: Landvergnügen. Für geprüfte Qualität: ADAC Camping App. Die meisten Camper kombinieren 2–3 Apps.
Wie finde ich Stellplätze entlang meiner Route?
Am einfachsten mit einem Routenplaner, der Stellplätze direkt in die Reiseplanung integriert. Unser Routenplaner schlägt für jeden Stopp 3 Stellplätze und 3 Campingplätze vor – ohne dass du jede Etappe einzeln in verschiedenen Apps suchen musst. Für spontane Stopps unterwegs ergänzt du mit Park4Night oder Stellplatz-Radar.
Ist Park4Night kostenlos?
Ja, die Basisversion ist kostenlos. Die Pro-Version (9,99 €/Jahr) bietet Offline-Karten, Routensuche und werbefreie Nutzung.
Was kostet Landvergnügen?
69,90 € pro Jahr für die digitale Mitgliedschaft. Dafür kannst du bei über 2.100 Gastgebern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlos übernachten. Ab 4–5 Nächten hat sich die Mitgliedschaft gerechnet.
Wo darf man in Deutschland frei stehen?
In Deutschland ist Wildcampen grundsätzlich nicht erlaubt. Eine Übernachtung im Fahrzeug zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit" wird an vielen Orten toleriert, ist aber keine Rechtsgrundlage. Die sicherste Option: Ausgewiesene Stellplätze oder Privatgrundstücke über Plattformen wie AlpacaCamping oder Hinterland. Anders sieht es übrigens in Norwegen aus – dort erlaubt das Jedermannsrecht (Allemannsretten) unter bestimmten Bedingungen das Zelten in der Natur.
Was ist der Unterschied zwischen Stellplatz und Campingplatz?
Ein Campingplatz bietet Infrastruktur (Sanitär, Strom, oft auch Restaurant und Animation). Ein Stellplatz ist einfacher – meist nur eine Fläche mit Wasser und Entsorgung. Stellplätze sind günstiger und oft näher an Orten, die man besichtigen möchte.
Was kostet ein Camper-Ausbau?
Wer statt zu mieten lieber selbst baut: Ein kompletter Camper-Ausbau kostet zwischen 14.400€ (Budget) und 18.500€ (Premium) inklusive Fahrzeug. Alle Posten im Detail findest du in unserem Kosten-Artikel. Tipps zum Gebrauchtkauf haben wir ebenfalls zusammengestellt.
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